Dokumentation, 45 Minuten
Zwei Drittel der Deutschen glauben inzwischen an die Existenz von Engeln, während nur noch 24 Prozent der Befragten zugeben, an Gott zu glauben. Verdrängt das wachsende Interesse an den Gottesdienern, den traditionellen Gottesglauben? Welche Faszination geht von den himmlischen Geistwesen aus? Was macht sie bei religiösen wie spirituellen Menschen gleichermaßen beliebt?
Für die Weihnachts-Dokumentation „Die Macht der Engel“ begibt sich der ZDF-Moderator Karsten Schwanke auf Spurensuche. Auf seiner spannenden Entdeckungsreise untersucht er alte Schriften, besucht historische Stätten und
trifft interessante Experten, wie beispielsweise den Evolutionsbiologen Professor Ulrich Kutschera aus Kassel, den Benediktinerpater Anselm Grün und die Engel-Dolmetscherin Alexa Kriele.
„Nehmen wir einmal an, dass Engel wirklich existieren, was wissen wir dann über sie? Welche Rolle spielen Engel in unserer Kultur und in unserem Glauben in unserem Alltag? Auf diese Fragen erhält Karsten Schwanke spannende und zugleich widersprüchliche Antworten. „Engel sind näher bei den Menschen, da ihnen Gott als zu groß und zu weit weg erscheint!“, so der Potsdamer Religionswissenschaftler und „Angelologe“, Professor Johann Hafner. Für den Naturwissenschaftler Ulrich Kutschera ist die Erklärung eindeutig: „Engel, Teufel und Dämonen, das sind alles abenteuerliche Fantasiegeschichten ohne jede faktische Grundlage. Allein die Angst vor dem Tod, lässt uns in solche Geschichten flüchten.“ Für den Engel-Buchautor und Mönch Anselm Grün sind Engel jedoch individuell erfahrbar: „Sie können zu mir in einem Traum sprechen oder durch einen inneren Impuls.“
Die Spurensuche führt das ZDF-Team um Karsten Schwanke auch in die mystische Welt des Alten und Neuen Testaments und in die Entstehungszeit der Bibel. Wie lebte etwa die geheimnisvolle Essener-Gemeinde von Qumran mit Engeln zusammen? Welchen Einfluss hatte der altägyptische Götterglaube auf die Ausgestaltung der Engelsbilder und wieso haben sich im Laufe von zwei Jahrtausenden ganz unterschiedliche Bilder von männlichen, weiblichen und von Kinder-Engeln herausgebildet?
Eindrücke der Autorin Andrea Oster
Engel. Wie nur in aller Welt soll man über dieses Thema einen ernsthaften Dokumentarfilm machen? Welche Kernthesen können Wissenschaftler in einem „Engel-Film“ untersuchen? Als Erstes fragt man sich natürlich: „Gibt es eigentlich Engel oder gibt es sie nicht?“ Doch wer mag darauf schon eine Antwort geben? Dieser Film jedenfalls nicht.
Fragen wir also anders: „Welche Macht haben Engel?“ Kaum haben wir diesen Gedanken in die Welt gesetzt, entwickelt er schon seine Dynamik. Auf einmal begegnen uns überall Engel, genauer gesagt Engelfiguren - und das mitten im Hochsommer: Ob als blaues Ökosiegel für den „Umwelt-Engel“, als gelber „ADAC-Engel“ oder als niedlicher Zwergen-Ersatz in städtischen Vorgärten.
Engel lassen die Menschen nicht kalt, egal mit wem wir darüber sprechen. So komponiert die Frankfurter Musikband „KAT“ für die Dokumentation spontan ein Engellied, während ein Empiriker, wie der Kasseler Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera, seinen Flug zur Stanford University verschiebt, um in einem Interview darzulegen, weshalb Engel – in seinen Augen - nichts anderes sein können als „Monster und Mutanten“. Selbst die Schauspieler im muslimischen Marokko, die bereits in erfolgreichen Kinofilmen wie „Gladiator“ und „Babel“ mitgespielt haben, rasieren sich ohne Widerspruch die Bärte ab, um stattdessen Engelsflügel auf dem Rücken zu tragen.
Nach zwei Monaten Engel-Dreharbeiten beschäftigt unser Filmteam immer mehr die Frage: „Wenn sich so viele Menschen für Engel begeistern, kann es sie nicht vielleicht doch geben?“ Und auf einmal geschieht es. Auf der Heimfahrt von Dreharbeiten beim Engelsfest in Hildes-heim, entdecken wir mysteriöse Lichtzeichen am Himmel, mit der Anmutung von ätherischen, fliegenden Wesen. Unwillkürlich denken wir an den Satz der KAT-Sängerin Katrin Glenze: „Als Baby hat meine Tochter Mascha häufig ins Leere gewunken, so als sähe sie ihren Schutzengel und würde ihm Zeichen geben.“ Ist es am Ende gar ein Engel, den wir plötzlich am Himmel ausmachen? Für einen Moment hat auch uns das Engel-Fieber gepackt und mit ihm die Frage: „Was wäre, wenn es Engel wirklich gäbe, welche Macht könnten sie über uns ausüben?
Erst eine halbe Stunde Autofahrt und 30 Kilometer weiter, gibt eine freie Lichtung am Waldrand die profane Erklärung. Ein Laserstrahler hat die wandernde Figur in den Himmel gemalt. Für einen kleinen Moment waren wir verzaubert, und ließen unseren Fantasien freien Lauf. Auch das machte uns klar: Engel üben eine enorme Kraft aus, sobald Menschen an sie glauben.“
Sendetermin
Freitag 25.12.09 um 19:30 Uhr im ZDF
Stabliste
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Buch
und Regie
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Andrea Oster
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Kamera
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Erik Schimschar
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Kameraassistenz
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Sebastian Simon, Richard Koburg, Ralf Jakubski, Thomas Kraus, Sebastian Suter
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Schnitt
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Markus Wogrolly
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Musik
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Michael Pogo Kreiner
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Sprecher
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Gert Heidenreich
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Sprachaufnahme
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Thomas Kathriner (blautöne)
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Tonmischung
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Thomas Kathriner (blautöne)
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Equipment
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Aljoscha Mix (Kameraverleih Ludwig)
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Produktionsservice Marokko
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Hamid Herraf
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Computeranimation
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Stefan Wolf (Cast Dresden)
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Produktionsassistenz
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Valentina Marboe, Kira David
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Produktionskoordination
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Marlies Wirthner
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Produktionsleitung
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Caroline Zichy
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Herstellungsleitung
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Alecsander Faroga
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Producer
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Golli Marboe
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Produzent
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Martin Choroba
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Redaktion
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Michaela Pilters (ZDF)
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