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Archiv 2009: Der Staat ist für den Menschen da Drucken

Dokumentarspiel, 60 Minuten

Der Verfassungskonvent von Herrenchiemsee


Der NS-Rechtsprofessor Theodor Maunz, der ehemalige KZ-Häftling Prof. Hermann Brill und der Exilant Professor Hans Nawiasky gehören zu über 30 Staatsrechtsgelehrten, die sich am 10. August 1948 auf Herrenchiemsee zusammenfinden. Nicht, um ihre persönliche NS-Vergangenheit aufzuarbeiten, sondern um eine Grundlage für Deutschlands Zukunft zu entwerfen: Im Auftrag der Ministerpräsidenten der Länder gilt es, einen „Verfassungsentwurf“ auszuarbeiten. Woran sicher keiner der Teilnehmer damals geglaubt hätte: Die zu diesem Zeitpunkt formulierten Sätze werden am 23. Mai 2009 ihr 60-jähriges Bestehen als Teil des „Grundgesetzes“ feiern. Wie gelang es über 30 Fachleuten, vor dem Hintergrund verschiedener Erlebnisse und politischer Einstellungen, ein derart tragfähiges Werk zu schaffen?


Der Regisseur Bernd Fischerauer lässt in dem für BR-alpha produzierten Dokumentarspiel diese bis heute Deutschland verfassungsrechtlich bestimmenden 13 Tage im August 1948 wieder lebendig werden. Schauspieler wie Wilfried Klaus (Dr. Anton Pfeiffer), Johannes Silberschneider (Prof. Theodor Maunz) und Hans-Michael Rehberg (Prof. Hans Nawiasky) lassen uns auf Grundlage der Originalprotokolle miterleben, was damals geleistet werden musste: den Spagat zu schaffen zwischen dem Anspruch der Alliierten, deutschen Interessen, parteipolitischen Vorstellungen und persönlichen Erlebnissen.


Dabei sollte es eigentlich nur eine „Zwischenlösung“ sein: Angesichts der 1948 drohenden Teilung des von den Alliierten besetzten Deutschlands in einen West- und einen Oststaat ging man davon aus, dass die gemeinsam erarbeitete Vorlage lediglich für die „Übergangszeit“ der Teilung gelten werde. Dieser Gedanke wird durch die Weigerung unterstrichen, von einer „Verfassung“ zu sprechen – man einigt sich auf „Grundgesetz“ und hält in der Präambel fest: „Dieses Grundgesetz verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“ Am 3. Oktober 1990, nach 41 Jahren „Zwischenlösung“, wird das Grundgesetz gesamtdeutsche Verfassung. Der Verfassungskonvent von Herrenchiemsee hat weder zu seiner Zeit noch in der historischen Betrachtung in der Öffentlichkeit hinreichend Aufmerksamkeit erfahren. Dass die von ihm erarbeitete Vorlage von der verfassungs-gebenden Versammlung, dem „Parlamentarischen Rat“, inhaltlich nahezu komplett übernommen wurde, ist weit-gehend in Vergessenheit geraten.


Anlässlich des 60. Geburtstages des Grundgesetzes würdigt das Doku-Spiel "Der Staat ist für den Menschen da“ von BR-alpha nach einem Drehbuch von Klaus Gietinger und Bernd Fischerauer die großartige Leistung der „Verfassungsväter“ – und das Ergebnis selbst. Denn der Verfassungskonvent von Herrenchiemsee hat nicht nur den Demokratisierungsprozess in Deutschland entscheidend beeinflusst, er hat auch einen „Exportschlager“ geschaffen: ob Südafrika, Ungarn, Spanien u. a. mehr – kaum eine andere Verfassung ist in den vergangen 60 Jahren von anderen Staaten häufiger als Vorbild für die eigene herangezogen worden.

 



Eine Produktion der Tellux-Film GmbH im Auftrag von BR-alpha.


Sendetermine

Samstag 23.05.2009 um 20:15 im BR

Freitag 29.05.2009 um 20:15 auf BR-alpha

Besetzung

Dr. Anton Pfeiffer

Wilfried Klaus

Prof. Dr. Theodor Maunz

Johannes Silberschneider

Prof. Dr. Josef Beyerle

George Meyer-Goll

Prof. Dr. Hans Nawiasky

Hans Michael Rehberg

Prof. Dr. Otto Suhr

Alexander Goebel

Prof. Dr. Carlo Schmid

Thorsten Münchow

Prof. Dr. Hermann Brill

Franjo Marincic

Stabliste

Hauptabteilungsleitung

Werner Reuß (BR-alpha)

Redaktion

Astrid Harms-Limmer (BR)

Redaktion

Eva-Maria Steimle (BR-alpha)

Herstellungsleitung

Michael Gabler (BR-alpha)

Presseabteilung

Detlef Klusak (BR)

Regie

Bernd Fischerauer 

Buch

Klaus Gietinger, Bernd Fischerauer

Produzent

Martin Choroba 

Producer

Claudia Jünger 

Controlling

Alecsander Faroga 

Produktionsleitung

Dieter Limbek 

Produktionskoordination 

Helene M. Limbek 

Produktionsassistenz

Julia Schmid

Filmgeschäftsführung

Martina Voglmeier 

Aufnahmeleitung

Rudy Fleischhacker, Philipp Alzmann

Set Aufnahmeleitung

Florian Erhard 

Set-Aufnahmeleitung Assistenz

Marian Wieland 

Produktionsfahrer

Phillip Limbek, Michael Putz, Florian Leonhardt, Christoph Siegert 

Regieassistenz

Anke Köster, Günther Ruckdeschel 

Script/Continuity

Christian Haslecker

Kamera

Markus Fraunholz 

Kameraassistenz

Julia Kronseder 

Materialassistenz

Anja Läufer, Birgit Breitbach

Standfotos

Christian Rieger 

Oberbeleuchter

Moritz Buchberger, Michael Wagner 

Beleuchter

Felix Bünsche, Kai Giegerich, Manuel Windhager 

Grip / Dolly

Christian Klehr, Roland Berger 

Cutter

Uschi Erber 

Cutterassistenz

Michael de Meyer

Schneideraum

Tellux-Film GmbH 

Tonmeister 

Oliver Jergis, Quirin Böhm 

Tonassistenz

Simjon Spengler, Ralph Jansen, Michael Vetter 

Ausstatter

Rudi Czettel

Locationscout 

Günther Gutermann / Media Design GmbH

Außenrequisite

Heike Heisig

Innenrequisite

Elisabeth Kisela 

Requisitenfahrer

Marcus Weber

Kostümbildnerin

Uli Fessler

Garderobe

Sabine Hörhager 

Kostümpraktikantin

Silja Urbat

Kostümverleih

Christine Ertl 

Maske

Gerhard Nemetz, Renate Bauer 

Zusatzmaske

Christine Krebs, Tatjana Gluska, Renate Dorn 

Komparserie

Simona Conring (Real Life Casting)

Kopierwerk

Monika Krinke (ARRI)

Versicherung

Franz Gossler, Caninenberg & Schouten GmbH 

Lichtequipment

Joachim Born (FGV Schmiedle)

Kameraequipment

Joachim Born (FGV Schmiedle)

Komponist

Tom Peschel 

Sound Design und V/FX

Aikon Media & Technology 


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